Flusskreuzfahrt (07.07-10.07.2016)

Flusskreuzfahrt auf der Havel

In der Zeit vom 07. – 10. Juli 2016 unternahmen 28 reiselustige Seniorinnen und Senioren vom mecklenburgischen Wesenberg aus eine Flusskreuzfahrt auf der Havel bis nach Berlin zur Glienicker Brücke.

In den frühen Morgenstunden ging die Reise am 07. Juli los. Das Flensburger Reiseunternehmen Neubauer hatte einen Bus von Globetrotter geschickt, mit dem die Gruppe von Kölln-Reisiek/Elmshorn aus zuerst bis nach Potsdam-Babelsberg fuhr, um dort bei schönstem Wetter die Filmstudios zu besichtigen.

Spannend und laut wurde es bei einer halbstündigen Demonstration der Stunts. Es wurde geschossen und gekämpft, Rotorblätter knatterten durch die Luft, kleine Explosionen sorgten für reichlich Feuer und Hitze, Motorräder und Autos rasten röhrend durch die Gegend und zeigten, was in ihnen steckt. Stuntmänner und –frauen sprangen über fahrende Autos und von 20m hohen Türmen. Es war schon gewaltig, was einem da geboten wurde.

Im Anschluss an Babelsberg ging die Reise am späten Nachmittag weiter in Richtung Liebenwalde, wo wir im Hotel zum Abendessen bereits erwartet wurden. Die Hotelanlage liegt direkt an der Havel und verfügt über einen Anleger, der uns am letzten Tag sehr nützlich sein sollte.

Am nächsten Morgen wurde die Gruppe mit dem Bus nach Wesenberg gebracht, denn dort wartete an der Anlegestelle Woblitzsee das Schiff  „MS Klabautermann“, auf dem wir die nächsten Tage verbringen sollten. Pünktlich um 13.00 Uhr legten wir ab und passierten zunächst die Schleuse Wesenberg.

Uns begegneten immer wieder eigentümliche kleine Hausboote, die ohne Bootsführerschein gemietet werden können und aussehen wie schwimmende Holzhütten. Einige haben die Größe einer winzigen Gartenlaube während andere wieder wesentlich größer sind und Platz für mehrere Personen bieten. Da gab es dann auch schon mal einen Grill und einen Schlafraum an Bord zu sehen. Auf diesen urigen Gefährten kann man seinen Urlaub auf den Seen und Flüssen in Mecklenburg verbringen.

Auf den weitverzweigten Seen der Mecklenburger Seenplatte, die nur selten von schmalen Gemünden unterbrochen werden, kann man in aller Ruhe den Alltag hinter sich lassen und die Natur in vollen Zügen genießen. Eine Augenweide für jeden Naturfreund war die Steinhavel mit ihren sanften Steilufern und herrlichem Mischwald.

Sehenswert war auch die alte Schleuse Steinhavel, denn sie war nur wenige Zentimeter größer als unser Schiff. Am Rande des Baalensees gingen wir in der Nähe des Städtchens Fürstenberg vor Anker und wurden von unserem Reisebus abgeholt, der uns zurück zum Hotel brachte.

Der folgende Tag begann nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel wieder mit einer Busfahrt zum Anleger nach Fürstenberg. Dort angelangt, stiegen wir um auf den „Klabautermann“, denn die nächste Etappe führte uns von Fürstenberg nach Zehdenick. Über den Stolpsee gelangten wir nach Bredereiche, was früher ein Klosterdorf von Himmelpfort war. Dort beginnt die sogenannte „Krumme Havel“, die in ihrer Natürlichkeit bezaubernd und einmalig ist. Hier schlängelt sich der Fluss, der oft keine 20 m in der Breite misst, in einer Vielzahl von mehr als 90 Grad Bögen sanft durch eine unberührte Natur. In dieser fast unbewohnten Gegend kann man mit etwas Glück Kraniche, Eisvögel, Biber und Fischotter in ihrem  natürlichen Lebensraum beobachten. Wir hatten Glück und beobachteten Kraniche, Eisvogel sowie etliche Reiher, die unser Schiff immer wieder begleiteten. .

Am Nachmittag erreichten wir den Ziegelhafen von Zehdenick Mildenberg. Hier im einstmals größten Ziegeleirevier Europas (um 1900) hieß es, umsteigen in die Zeigeleibahn. Bei einer Rundfahrt mit fachkundiger Führung erlebten wir ein Stück deutscher Industriegeschichte. Im Anschluss an die Führung fuhr uns die Bahn zu einem Gasthaus, das direkt am Havelufer lag. Wir durften draußen am Ufer Platz nehmen und wurden mit einem schmackhaften Grillbuffet verwöhnt. Nach dem Essen erwartete uns bereits der Busfahrer, um uns wieder zurück ins Hotel zu bringen. Während wir den Abend im Hotel gemütlich bei Bier und Wein ausklingen ließen, steuerte die Crew den „Klabautermann“ einige Kilometer stromabwärts, um uns am nächsten Morgen direkt am Hotel abzuholen.

Der letzte Tag der Kreuzfahrt  begann nach dem Frühstück damit, dass alle ihre Koffer dem Busfahrer überließen, damit er das Gepäck im Bus verstauen konnte.  Der Fahrer musste die Fahrt nach Berlin ohne uns fortsetzen, denn wir gingen wieder an Bord.

Vom Hotel ging es mit dem Schiff weiter stromabwärts, vorbei am „Langen Trödel“, einem Teil des alten Finowkanals, der ältesten künstlichen, noch schiffbaren Wasserstraße Deutschlands. Nachdem wir zwei weitere Schleusen passiert hatten, überquerten wir  den Lehnitzsee, den Niederneuendorfer See und den Spandauer See. Hier kamen wir an der berühmten, weltbekannten Spandauer Zitadelle vorbei und mussten, um in die Spandauer Havelschleuse fahren zu können, Geduld aufbringen und etwas warten, denn die Schleuse war für uns noch nicht frei. Nach der Schleusung ging es, vorbei an der Einmündung der Spree, dem Wannsee entgegen. Auf dem Wannsee war es mit der Gemütlichkeit vorbei. Der Käpt’n hatte alle Hände voll zu tun, um uns sicher über das Wasser zu bringen, denn viele Freizeitkapitäne nutzten das herrliche Wetter aus, um mit ihren Segel- und Motorbooten auf dem See zu fahren.

An der Glienicker Brücke endete unsere Kreuzfahrt auf der Havel. Der lärmende Alltag hatte uns wieder und der Busfahrer auch. Während wir mit dem Schiff unterwegs waren, hat er den Reisebus nach Berlin gefahren, um uns von dort abzuholen und wieder nach Hause zu bringen.

Während der drei Tage an Bord wurden wir von der Crew hervorragend mit leckerem Mittagessen, wunderbarem Kuchen zum Kaffee und abends mit einer „bunten Platte“ verwöhnt. Alles wurde vom Schiffskoch in seiner Kombüse frisch zubereitet. Zwischendurch fungierte der Decksmann als Kellner und servierte die gewünschten Getränke. Besser konnte es uns gar nicht gehen.

Wir haben drei wundervolle Tage an Bord verbracht und diese herrliche Tour in vollen Zügen genossen. Alle Teilnehmer waren begeistert, denn es war Erholung pur.
EW

zur Bildergalerie Flusskreuzfahrt

zurück zum Rückblick 2016 zum Veranstaltungsarchiv 2016
Print Friendly, PDF & Email