Inselhopping Ostfriesland (19.05.2018-24.05.2018)

Inselhopping – Ostfriesische Inseln und Helgoland

Unsere diesjährige mehrtägige Reise war eine Fahrt mit Hindernissen und führte uns nach Wittmund in Ostfriesland.

Es fing schon mit einem  recht holperigen Start an, denn nicht alle gemeldeten Teilnehmer hatten sich am ZOB in Elmshorn eingefunden. Nach einem kurzen Telefonat konnten wir die fehlende Person an einer anderen Bushaltestelle einfangen und endlich durchstarten. Wolfgang, unser Fahrer von der Firma Strunk, hatte inzwischen mit dem Büro alle weiteren anstehenden Termine geklärt und konnte uns dahingehend beruhigen, dass an unserem ersten Zielort Emden nichts ausfallen würde.

In Emden angekommen, hatten wir ganz großes Glück, dass trotz unserer Verspätung das Schiff für die Hafenrundfahrt noch am Kai lag und auf uns wartete. Dass Emden über einen so großen Hafen verfügt, hatte wohl niemand erwartet. Über eine enorme Größe verfügt der Parkplatz, auf dem die Fahrzeuge von VW auf die Verschiffung nach Übersee warten.

Nach der Hafenrundfahrt wartete schon ein sehr netter und kompetenter Stadtführer auf uns, der uns die Altstadt von Emden zu Fuß zeigte und erklärte. Die Stadt verfügte während des 2. Weltkrieges über mehrere Hochbunker, die den Menschen in der Stadt das Leben retteten. Heute sind daraus Museen oder Wohnungen entstanden. Wir sahen u.a.  das wunderschöne Rathaus und das Otto Huus sowie den schönen Torbogen am Hafen. Nach dieser Stadtführung ging es weiter nach Wittmund zu unserem Hotel. Das Residenz Ringhotel wurde für die nächsten Tage unser fester Standort. Von dort starteten wir zu allen weiteren Tagesausfahrten.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Norddeich, um auf die Fähre nach Norderney zu gehen. Der Bus kam nicht mit. Bei schönstem Wetter hatten wir eine recht ruhige Überfahrt auf die Insel und konnten, dort angekommen, die Insel auf eigene Faust erkunden. Am frühen Nachmittag hieß es dann ab in den Inselbus. Bei dieser Rundfahrt über die gesamte Insel wurde uns viel über Land und Leute sowie über Sehenswürdigkeiten erzählt. An der großen weißen Düne legte der Fahrer eine kleine Pause ein und jeder hatte die Möglichkeit über die Düne bis an das Wasser zu gelangen. Der Wind hatte inzwischen trotz des sonnigen Wetters etwas zugelegt und so flog einem der Sand um die Ohren. Der Bus brachte uns wieder zum Anleger zurück und ein wunderschöner Tag auf Norderney ging dem Ende entgegen.

Der folgende Tag begrüßte uns nicht ganz so freundlich. Vorsichtshalber hatte jeder seinen Schirm und eine wärmere Jacke eingepackt, denn es sollte nach Borkum gehen. In Emden Knock mussten wir auf die Personenfähre warten, denn wir waren etwas zu früh da. Weil es zu regnen anfing, blieben alle noch im Bus sitzen und stiegen erst aus, als die Fähre in Sicht kam. Der Anleger war dann doch etwas länger als wir vermutet hatten und so wurden wir vom Regen so richtig erwischt. Alle wurden trotz Schirm pitsche patsche nass. Der Wind hatte sich zu einem Sturm entwickelt, den wir erst auf See ausgiebig „genießen“ konnten, wobei es einigen von uns nicht besonders gut ging. Sie waren alle froh als das Schiff Kurs auf den Hafen von Borkum nahm, denn in dieser Fahrrinne beruhigte sich die See etwas. Auf Borkum angekommen, wartete schon die Borkumer Schmalspurbahn auf die Seereisenden, um sie alle bis in das kleine Inselstädtchen zu fahren. Dort angekommen, kam unser Busfahrer mit einer schlechten Nachricht für den nächsten Tag zu uns.

Die Fahrt nach Helgoland wurde gestrichen, weil  alle Fähren ihren Betrieb zur Hochseeinsel wegen Sturm und schwerer See eingestellt hatten. Nun war guter Rat teuer. Die Gruppe musste sich noch einen Moment gedulden, bis bei der Reiseagentur ein entsprechender Ersatz gefunden worden war. Nach einem Telefonat hatte man sich geeinigt und der nächste Tag war gerettet. Es sollte nach Bad Zwischenahn gehen. Die Gruppe war einverstanden und konnte jetzt ihrer Wege gehen. Jeder so wie er wollte. Die Insel Borkum gehörte uns und zeigte sich von ihrer besten Seite. Nur wenn man in Richtung Strand lief, trieb einem der Sturm ganz schnell den Sand zwischen die Zähne, was ziemlich unangenehm war. Die Rückfahrt verlief total entspannt und so kamen alle erschöpft und müde von der vielen frischen Luft zurück zum Hotel.

Dadurch dass Helgoland ausgefallen war, konnten alle am nächsten Morgen etwas länger schlafen und das wunderbare, reichhaltige Frühstück im Hotel ausgiebig genießen. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus nach Bad Zwischenahn. Vorgesehen war eine kleine Stadtführung, eine Fahrt mit dem Schiff auf dem Zwischenahner Meer und der Besuch bei einer Fischräucherei mit Vortrag.

Die Stadtführung fiel dem Regen zum Opfer, aber unsere Reiseleiterin war sehr flexibel und machte aus der Führung zu Fuß eine Rundfahrt mit dem Bus. Sie zeigte uns die vielen Baumschulen mit den wunderschön gestutzten und geschulten Bäumen und Sträuchern. Zu allem hatte sie etwas zu sagen und zu erklären. Dazwischen immer wieder die Regenschauer. Wir waren alle froh, dass wir warm und trocken sitzen konnten. Aber immer wenn wir mal aussteigen mussten, hatten wir das Glück auf unserer Seite und die Sonne kam hervor.

Nach dieser Rundfahrt durch die herrliche Landschaft um Bad Zwischenahn fuhren wir zu einer bekannten Fischräucherei.  Dort erhielten wir nicht nur einen lehrreichen Vortrag über das Familienunternehmen, das in 3. Generation geführt wurde sondern erfuhren auch viel über den Fischfang auf dem Zwischenahner Meer. Ein Angestellter des Unternehmens unterhielt  die Gruppe mit kleinen Zaubertricks und erklärte anschließend in lustiger Art und Weise, wie man einen Lachs richtig filetiert und wie Aale zum Räuchern vorbereitet werden. Nachdem sich alle mit einem kleinen Imbiss gestärkt hatten, brachte uns der Bus zurück zum Anleger im Kurpark von Bad Zwischenahn. Dort gingen wir am Nachmittag an Bord eines Schiffes der weißen Flotte und machten eine Fahrt auf dem Zwischenahner Meer. Damit die Fahrt auf dem Schiff nicht so „trocken“ verlief, hatte unser Busfahrer der Agentur noch für jeden von uns  ein Kaffeegedeck aus den Rippen geleiert, so als Entschädigung für die ausgefallene Tour nach Helgoland. Dieses Geschenk wurde dankend angenommen und so unterhielten und amüsierten sich alle in fröhlicher Runde. Damit ging auch dieser ausgefüllte und erlebnisreiche Tag vorüber. Im Hotel wartete wieder ein reichhaltiges, wunderbares Buffet mit viel Fisch auf uns, denn es war Freitag.

Am nächsten Morgen konnten wir wieder ganz entspannt frühstücken, denn es lag eine Rundfahrt durch die niedlichen kleinen Küstenorte vor uns. Auf dem Programm stand aber auch noch eine Stadtführung durch Jever. Jever verfügt über eine sehr schöne alte Innenstadt mit einem hübschen Schloss. Die Reiseleitung hatte viel zu erzählen und zu erklären.

Für den Nachmittag war eine ostfriesische Teezeremonie in Marienhafe eingeplant. Das Café, eine ehemalige Stellmacherei, hatte für uns die Tische nett mit schönem ostfriesischem Geschirr und  Teekannen auf Stövchen eingedeckt. Für jeden gab es nicht nur mindestens 3 Tassen Tee mit Kluntje und Wölkchen (Sahne, die entgegen dem Uhrzeigersinn in den Tee gegossen wird) sondern auch noch ein üppiges Stück von der Ostfriesentorte. Schön dick Sahne mit Rum-Rosinen. Etlichen war das Stück Torte einfach zu mächtig und sie mussten leider einen Rest davon liegen lassen, was natürlich schade war.

An diesem Abend hieß es dann Koffer packen, denn morgen geht es wieder heim. Nach dem ausgiebigen Frühstück traten wir die Heimreise an und alle freuten sich, dass sie diesmal bereits am frühen Nachmittag wohlbehalten zuhause ankamen.

EW

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